#Klartext-Veranstaltung zu Kinderarmut

Kinderarmut ist ein wichtiges, gesellschaftliches Thema, dennoch ist es ein „unsichtbares“ Thema. Spricht man BürgerInnen darauf an, hört man oft „Kinderarmut gibt´s bei uns doch gar nicht“ oder „Davon habe ich ja bisher noch nicht gehört“.

Genau deshalb luden wir Jusos Nieder-Olm und die Landtagsabgeordnete, Nina Ninkel, gemeinsam zu einer Diskussion über dieses Thema ein. Der Einladung waren die Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, sowie Dr. Wolfgang Sieber, Pressesprecher der Mainzer Tafel, gefolgt.

Sowohl 2017 als auch 2018 engagierten wir Jusos Nieder-Olm uns bereits gegen Kinderarmut. Bei unserer Weihnachtsaktionen sammelten wir 2017 knapp 60, 2018 sogar knapp 350 Geschenke zu Gunsten der Kinder, die gezwungen sind, die Mainzer Tafel zu besuchen.

Im Laufe der Diskussion wurde klar, dass die rheinland-pfälzische Landesregierung die Dringlichkeit dieses Thema erkannt hatte. Sabine Bätzing-Lichtenthäler stellte einige Initiativen seitens der Landesregierung vor, unter anderem werde man in Zukunft nicht nur Kinderarmut bekämpfen, wenn sie bereits entstanden ist, sondern bereits präventiv vorsorgen.

Erschreckend waren auch die Schilderungen von Dr. Wolfgang Sieber. Trotz des Rückganges der Kinderarmut im Bundesland Rheinland-Pfalz habe sich die Situation in der Landeshauptstadt zunehmend verschlimmert. Pro Woche sind es zwischen 1.500 und 2.000 Erwachsene, die die Tafel besuchen müssen, hinzu kommen noch knapp 500 Kinder, Tendenz steigend. Auch die Menge an Lebensmittel, knapp 7 Tonnen pro Woche, die von der Tafel eingesammelt und ausgegeben werden, entbehren der Vorstellungskraft.

Klar ist, dass Kinderarmut noch viel mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden muss. Im bundesvergleich steht Rheinland-Pfalz sehr gut dar und wir verzeichnen einen kontinuierlichen Rückgang derer, die in Armut leben müssen, doch damit sollten wir uns noch lange nicht zufrieden geben. Dieses Fazit zieht auch die Ministerin selbst, ein gutes Zeichen im Kampf gegen Kinderarmut!